Hoffnung auf Gerechtigkeit im Fall Leo Norney

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Die Tötung eines Westbelfaster Teenagers im Jahre 1975 durch das britische Regiment „Black Watch“ wird erneut untersucht.

Der 17-jährige Leo Norney war von Soldaten des Black Watch Regiments der britischen Armee wenige Minuten, nachdem er am 13. September 1975 in der Springfield Road in West Belfast aus einem Taxi stieg, erschossen worden. Die britische Armee behauptete daraufhin, der Teenager sei einer von zwei Heckenschützen gewesen, die das Feuer auf ihre Patroullie eröffnet hätten. Die Soldaten nahmen die Leiche mit in die Kaserne und misshandelten sie. Fünf Stunden nach dem Mord durchsuchten sie das Haus seiner Eltern, ohne ihnen den Tod ihres Sohnes mitzuteilen. Augenzeugen berichteten, der Teenager sei kurz zuvor von Soldaten durchsucht worden,er könne gar nicht bewaffnet gewesen sein. Recherchen von Leo Norney’s Schwester und der Belfaster Organisation Relatives for Justice (RFJ) haben nun aufgedeckt, dass es eine bewusste Kampagne des britischen Establishments gab, Leo Norney gegen besseres wissen als Terroristen zu diffamieren.

Parallelen drängen sich auf zum Fall von Peter McBride, einem Teenager, der 1992 von britischen Soldaten ermordet wurde. Siehe hierzu den offenen Brief seiner Mutter an die deutsche Bevölkerung und auch die bewussten Täuschungsmanövern im Falle des McGurk Bar Massakers. Das Video „Das Massaker in McGurk’s Bar“ beschreibt die Strategie der Vertuschung und der bewussten Fälschung von Ermittlungsergebnissen durch britische und nordirische staatliche Stellen. Im Falle des Massakers in der McGurk’s Bar handelt es sich um die Nicht-Verfolgung pro-britischer Todesschwadronen der UVF.


Veröffentlichung unter Einbeziehung von: Irish Republican News, April 26, 2014 weiterlesen >>

Foto (Irish Republican News): Leo Norney

Siehe auch den Dokumentarfilm: „Verlust der Unschuld – das Massaker in der McGurk’s Bar“ (deutsche Untertitel)

Eine Wandmalerei an der Ecke von Great Georges Street in Belfast ist das einzige, was von McGurk’s Bar noch übrig ist. Die Familien der Opfer hatten sie im Rahmen ihrer Kampagne zum 40. Jahrestag des Massakers angebracht. Fünfzehn Besucher des Pubs wurden am frühen Abend des 4. Dezember 1971, einem Samstag, durch eine Bombe pro-britischer Paramilitärs ermordet, 16 weitere erlitten zum Teil schwere Verletzungen, das Pub wurde völlig zerstört. Die britische Regierung und die nordirische Polizei RUC (Royal Ulster Constabulary) begannen sofort nach dem Attentat eine Kampagne, mit der sie das Attentat als „IRA-Eigentor“ darstellten und die Opfer zu Terroristen oder zumindest zu Symphatisanten erklärten. Zeugen wurden ignoriert, die Selbstbezichtigung eines der Täter stieß auf taube Ohren, Unterlagen verschwanden.